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Musikverein Bettringen 1900 e.V.
 
 
   

Jahreskonzert 2002

Jahreskonzert 2002

Sonntag, 20. Oktober 2002 um 18.00 Uhr in der Uhlandhalle Bettringen
es konzertierten das Jugend- und Aktivorchester des MV Bettringen

Das Konzertprogramm:

1. Teil Jugendorchester

Dirigent: Klaus Schwenk

Summon the Heroes * John Williams / Arr.: Michael Sweeney
Project (Marsch) * Harold Bennett
Yesterday * Lennon/McCartney / Arr. Zane van Auken
Themes from The New World Symphony * (Sinfonie Aus der neuen Welt) * Antonin Dvorak / Arr. Andrew Balent
John Williams Blockbusters * J. Williams / Arr. Paul Cook
Dark Adventure * Ralph Ford
Love Song * Josef Bönisch
Dancing Queen * Abba/A-Teens / Arr. Jerry Brubaker

2. Teil Aktivorchester

Dirigent Rolf Peter Barth

Festliche Fanfare für Blechbläser und Pauken * Heinz Weber
Farandole * aus "L’Arlesienne Suite No. 2" * Geores Bizet / Arr. Robert Longfield
Habanera * aus der Oper Carmen * Georges Bizet / Arr. Geoffrey Brand * Solist: Alexander Bader
In den Bergen * Pavel Stanek
Gut Holz - Solo für Xylophon und Blasorchester * Herbert Ferstl * Solistin: Andrea Klozenbücher
Harry Belafonte in concert * Potpourri * Zusammenstellung / Bearbeitung: Karl Pfortner
Ross Roy - Ouvertuere for Band
*
Jacob de Haan


Einen eindrucksvollen Beweis der musikalischen Leistungsfähigkeit des Musikvereins Bettringen erhielten die Besucher des diesjährigen Orchesterkonzertes in der nahezu vollbesetzten Bettringer Uhlandhalle. Nachdem in diesem Jahr der Verein bereits durch zahlreiche beeindruckenden Wirkungen auf sich aufmerksam machen konnte, wie dem mit der Note "hervorragend"  beschiedenen Abschneiden beim Wertungsspiel des Blasmusikkreisverbandes oder den Auftritten in Brüssel auf Einladung der baden-württembergischen EU-Landesvertretung im Rahmen des Landesjubiläums, so durfte man auf das gebotene Programm doch recht gespannt sein.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Vorstand Waldemar Schulze begann das zahlenmäßig außerordentlich gut und ausgewogen besetzte Jugendorchester unter der Leitung von Klaus Schwenk das Programm mit der Fanfare der olympischen Spiele von 1996 "Summon the Heroes" des erfolgreichen Hollywood-Filmkomponisten John Williams.

Eher traditionelle Klänge erklangen beim Marsch "Project", und jedem Ohr vertraut dürfte auch "Yesterday" von den Beatles gewesen sein. Themen aus Antonin Dvoraks "Neue Welt"-Sinfonie erklangen in einem sehr schön angelegten Bläserarrangement. Die Mädchen und Jungen spielten mit einer sehr ausgefeilten und überzeugenden Intonation, sowie mit sehr viel Engagement und einer musikalischen Reife, die man so ohne Weiteres bei Jungbläsern nicht unbedingt erwarten kann.

Den sinfonischen Melodien folgten nochmals John Williams-Klänge aus dessen Hollywood-Kino-Highlights sowie zwei Originalkompositionen von Ralph Ford und Josef Bönisch, "Dark Adventure" und "Love Song".

Bei "Dancing Queen", dem Schlager der allseits bekannten Gruppe "ABBA", demonstrierten die Bettringer Jungmusiker nochmals ihr gesamtes musikalisch perfektes Spielvermögen, man wurde von dem Gefühl beschlichen, bereits ein fast professionelles Tanzorchester vor sich zu hören.

Nach gebotener Zugabe und Konzertpause nahmen die Musiker des großen Blasorchesters Platz auf der Bühne. Deren Programm begann mit einem von strahlendem Klang bestimmten Werk speziell für Blechbläser und Pauken: "Festliche Fanfare" von Heinz Weber. Es folgten gleich zwei Werke des französischen Komponisten Georges Bizet, die "Farandole" aus der Arlesienne-Suite sowie die "Habanera" aus der Oper "Carmen", deren Solopartie von Flötist Alexander Bader sehr emotional bewußt musiziert vorgetragen wurde.

Sehr gespannt war man auf die Darbietung der bereits im Kreiswettbewerb absolvierten Kompositionen, wie dem Pflichtstück in der Kategorie Oberstufe, dem Werk "In den Bergen" von Pavel Stanek. Der Titel, der in der Aura der Blasmusikszene zunächst einen eher volkstümelnden Habitus suggeriert, zeigt in seinem Verlauf alles andere als die für die Blasmusik "übliche" Volksmusik. Es offenbart sich als virtuoses bläsersinfonisches Werk, das Amateure bis in ihre Grenzbereiche fordert. Jedoch schienen die Bettringer Orchestermitglieder sich nicht davon eingeschüchtert zu fühlen, und musizierten in einer so souveränen und gut vorbereiteten Kondition, daß Dirigent Rolf-Peter Barth keinerlei Mühe hatte, das Orchester flexibel zu führen.

Volkstümlicher fürs Ohr wurde es dann doch beim nächsten Vortrag, der Komposition "Gut Holz" von Herbert Ferstl, ein Leckerbissen jedoch, da das Stück als Solo für Xylophon und Orchester instrumentiert ist. Solistin Andrea Klozenbücher, Mitglied der versierten Bettringer Percussionisten, meisterte ihren Part mehr als bravourös und dementsprechenden Beifall durfte sie entgegennehmen.

Harry Belafonte in Concert, der Titel des Medleys voller bekannter Evergreens tat gut zur Auflockerung des Programms der vielen hochkarätigen Highlights. So konnte das Publikum etwas durchatmen, bevor Doris Schulze, die bereits durch das gesamte Konzertprogramm in rhetorisch professionellster Weise begleitet hatte, die Schlußnummer ankündigte, dem Selbstwahlstück des MV-Bettringen beim vergangenen Wertungsspiel. Das Werk "Ross Roy" ist die Auftragskomposition eines Sinfonischen Blasorchesters aus Brisbane  (Australien) , geschaffen vom niederländischen Komponisten Jacob de Haan, eine gut neunminütige monumentale Ouvertüre, die die klanglichen und kontrastierenden Möglichkeiten eines großen Blasorchesters optimal ausschöpft und traditionelle Vorstellungen von "Blasmusik" weit hinter sich zurück läßt. Der Bettringer Verein leistete unter dem Dirigenten Rolf-Peter Barth sowohl bei diesem wie bei allen anderen Programmpunkten ganze Arbeit und darf die Bezeichnung "Musik" im Vereinsbegriff sicherlich mit Fug und Recht für sich reklamieren.
(Pressebericht vom 23. Oktober 2002).


Gefreut haben sich die Musikerinnen und Musiker des MV Bettringen über die Besucherzahl beim Konzert am vergangenen Sonntag, das unter dem Motto "In den Bergen" stand. Applaus ist noch immer der Lohn des Künstlers, auch wenn dieser ein Laienmusiker ist und der Verein kein rundes Jubiläum feiert. Um so schöner war es, daß doch eine ganze Zahl von Besuchern aus Bettringen und Umgebung den Weg in die Uhlandhalle gefunden haben! Einen ausführlichen Bericht über das Konzert veröffentlichen wir im nächsten Mitteilungsblatt. Der Musikverein Bettringen bedankt sich recht herzlich bei allen Besuchern für das Interesse und den bekundeten Applaus, bei allen Musikern für die geleistete Probenarbeit und besonders den beiden Dirigenten Rolf Peter Barth und Klaus Schwenk. Wir danken allen, die bei Auf- und Abbau der Halle behilflich waren, bei der Firma Ripper für das Ausleihen des Lieferwagens sowie den Familien Ocker und Seitzer, die das Dekorationsmaterial zur Verfügung gestellt haben.

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